Wir : Geschichten vom Hof mit Himmel - Gut Buchholz
Donnerstag, 29. September 2022 - 08:54 Uhr



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Hof mit Himmel - Gut Buchholz e.V.

Moin! Moin

Schön, dass ihr uns im >www< gefunden habt!

Seid herzlich willkommen!

Ja, wie ist es überhaupt zu diesem Projekt gekommen?

oder auch: "Bitte wenden!"

Ich habe rund 14 Jahre in der Lebenshilfe Landesverband Hamburg e.V. gearbeitet und "nebenbei" zweimal studiert, einmal Berufsschullehramt für Sozialpädagogik Unterrichtsfach Evangelische Theologie und einmal Diplom Pädagogik. Dabei war für mich mein "Nebenjob" nie nur mein "Brötchengeber", sondern auch meine Beruf-ung. Ich habe in den ambulanten Diensten Menschen in ihrer ganzen Unterschiedlichkeit kennen gelernt und bin bis Heute davon fasziniert. Ich habe zwar "nur" Hamburg bereist, aber zugleich die ganze Welt kennengelernt, dass wsar toll! Dabei waren Menschen aus Saudi Arabien, Türkei, Kasachstan, Ghana, Italien, Roma/ Sinti, Polen, Russland, Schweden, Albanien, Serbien und so weiter und so fort. Mit jeder Wohnung, die ich betrat, öffnete sich mir eine ganz neue Welt und so war ich mitten in Hamburg eine Weltenbummlerin :-).

Dann kam noch die Möglichkeit der Gründung einer inklusiven Fussballmannschaft hinzu und eine intensive und sehr gute Zusammenarbeit mit der Kulturloge Hamburg e.V. (heute heißt sie >Kulturleben< :-) und ich sah die Möglichkeiten des Miteinanders und der Ergänzung und dachte, das möchte ich immer so.

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Und so entwickelte sich bei mir - durch meinen himmlischen Vater geleitet - der Wunsch nach einem >Begegnungshof<, mit Menschen für Menschen und von Menschen. Ein Ort an dem Menschen in all ihrer Vielfalt anderen Menschen, Tieren und Gott begegnen können: Menschen- und Erlebnissorientiert, Christuszentriert. Aus diesem Gedanken wollte ich auch meine Diplom Arbeit basteln. Mein Professor war gar nicht angetan: "Begegnungshof, die wissenschaftlichen Erarbeitung eines Traumes" - wie um alles in der Welt sollten sich "Traum" und "Wissenschaft" verbinden lassen?

Am Ende war er doch ganz angetan davon und ich durfte mit einem >sehr gut< und der Ermutigung: "dranbleiben" mein Studium der Diplom Pädagogik beenden. Das war 2012. 

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Zwei Jahre später setzte ich eine Anzeige in die >Idea Spektrum<: (T)Räume mit Gott; es meldete sich der Pastor aus Papenbruch bei Wittstock in der Ostprignitz. Ich verabredete mich also mit ihm und fuhr für eine Woche hin, um sein Projekt, den >Schaugarten Arche< ( gerne einmal googeln :-) kennenzulernen. Aber eigendlich wollte ich gar nicht nach Brandenburg und schon gar nicht in die Prignitz, diese nüchterne Kargheit dieser Moränenendlandschaft, diese platte Sandwüste, nein, es gibt viel lieblichere Orte auf der Landkarte für einen Begegnungshof, als die Prignitz... (ein dickes dickes >Sorry< an alle Prignitzer :-)

Auf dem Sommerfest während dieses einwöchigen Aufenthaltes lernte ich dann "zufällig" meinen späteren Mann kennen und zog - in die Prignitz...

Wir stellten schnell fest, dass wir beide in etwa den gleichen Traum hatten und da mein Elternhaus in Hamburg leider leider verkauft werden musste - ich komme aus einer Familie mit sechs Kindern und keiner von uns war in der Lage die anderen Fünf auszubezahlen - war wenigstens ein wenig "Startkapital" vorhanden. 

Wir suchten also ein etwas größeres Haus und fanden - Alles - von der Ruine bis "viel zu teuer" oder manchmal auch beides in einem... Wir fanden auch die Molkerei in Blumenthal und sahen darin das bisher geeignetste Objekt in der näheren Umgebung für einen Begegnungshof und wollten diese kaufen. Aber der Hausverkauf in Hamburg stagnierte, es gab Ärger mit der Maklerin bis mein Onkel sie entließ und den Hausverkauf selbst in die Hand nahm. Das bedeutete aber für uns auch, den Verkäufer der Molkerei, einen sehr sehr netten älteren Herrn immer wieder vertrösten zu müssen, was uns sehr leid tat. Das war alles so nicht geplant gewesen und dann, als das Geld endlich da war kam auch noch - Buchholz - dazwischen...

Und das geschah so:

Eigendlich war ich auf dem Weg zur Schutzhütte in Groß Woltersdorf, wo ich der Einladung zu einem Sommerfest nachkommen wollte. Ich fuhr über Pritzwalk und Buchholz, dachte, ich wäre zu weit gefahren und wendete in einer Hofeinfahrt. Während ich wendete, fiel mein Blick auf ein altes und völlig vergilbtes Schild: "zu verkaufen" stand dort und es war noch eine Telefonnumer auszumachen. Ich schaute mir das Häuschen an und dachte: "Das muss ich Marco, (meinem Mann) zeigen!" Also rief ich ihn an und sagte ihm, dass ich ihm mal ein "Häuschen" zeigen möchte. Als er neben mir in der Hofeinfahrt hielt schaute er mich nur fragend an: "Und wo ist jetzt das "Häuschen?". Ich zeigte auf den bestimmt einmal wunderschönen großen gelben Kasten an der Straße: "Da!" Die nächsten Gesichtsaudrücke ließen sich nicht mehr eindeutig entziffern :-))

Da wir beide neugierige Menschen sind, notierten wir die Telefonnummer von dem vergilbten Schild und riefen dort einfach mal an. Es meldete sich eine Immobilienfirma aus Hamburg. Der dortige Makler nannte als Kaufpreis 70.000Euro und schickte uns ein Expose zu. 70.000Euro war viel zu viel! Freunde, Bekannte Arbeitskollegen, einfach Alle rieten uns von dem Kasten ab. "Da braucht ihr 5 Millionen oder Rockefeller als Vater!", oder "für das Ding würde ich keine 5.000Euro mehr geben!", das waren so die Kommentare unseres Umfeldes. 

Glücklicherweise lebte in dem Dorf, in dem ich bisher wohnte, in Blandikow, ein Gutachter für alte Häuser, Gebäudeschäden etc. Ich fragte ihn, ob er sich einmal unser "Traumhaus" angucken würde. Er stimmte zu! Und so gingen wir beide durch das alte Gut von Buchholz bei Pritzwalk. Sein Ergebnis: "bauliche Substanz ist gut - Dächer sind schlecht - 30.000Euro ist ein fairer Preis". Welch ein Unterschied zu der Summe von der der Hamburger Makler träumte! Ob der sich darauf einlassen würde? Wir begannen also zu verhandeln, aber vor allem auch zu beten! Denn nur mit unserem Vater im Himmel ließe sich so ein Wahnsinnsprojekt überhaupt realisieren - niemals alleine! Wir verabredeten mit IHM als "Zeichen", dass sich der Makler auf die vom Gutachter eintaxierten 30.000Euro einlässt - und - er tat es!!

Kurz vor Weihnachten 2015 fuhr ich nach Bremen um den Kaufvertrag zu unterzeichnen - Mensch, hatte ich ein Muffensausen - was für ein Wahnsinnsprojekt - wie sollte das alles gehen - einfach nur Gott vertrauen?

Und dann hatten wir sie - die größte Ruine im Dorf - 20 Jahre Leerstand hatte ihre Spuren hinterlassen, davor war es eine LPG gewesen, auch das war nicht spurlos an den Gebäuden vorüber gegangen und irgendwann in grauer Vorzeit, vor der Enteignung - auch Bodenreform genannt - muss es wohl mal in all seiner Nüchternheit und preußischen Strenge, ein wunderschönes kleines Gut gewesen sein.

Das erste Mal, als meine Schwester unser "Traumhäuschen" sah, war ihr einziges Kommentar: "Zusammenschieben - Alles!" :-)

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Was aber hält uns und trägt uns durch? Gottvertrauen! Warum?

Weil wir inzwischen auch die Geschichte "hinter den Kulissen" kennen.

Seit 1996 stand das Gut in Buchholz leer. Zu diesem Zeitpunkt zog der letzte Mieter aus, weil sich die Treuhand, bzw. die sogenannte Brandenburger Bau- und Bodenverwertungsgesellschaft weigerte, die Ofenheizung zugunsten von Fernwärme auszutauschen.

Der Hamburger Immobilienmakler erwarb das Gut von der Treuhand, nachdem der alte und 1953 enteignete Gutsbesitzer vergeblich versucht hatte, sein Gut wieder zurück zu kaufen. Leider hatte er sich 1953 auszahlen lassen, so dass er sein Gut hätte wieder zurück kaufen müssen und das war ihm zu teuer. So kam es in den Bestand einer großen immobilienfirma, die damit auf das große Geld hoffte.

Seit 1996 stand das Haus leer, das Dach vom Haupthaus war irgendwann so marode, dass zwei große Löcher darin klafften und alle Türen standen offen, der Hof wucherte zu, es war desolat! Da wurde 2006 der Denkmalschutz auf die Ruine aufmerksam und nahm sie unter seine Fittiche. Die Immobilienbfirma musste das Dach reparieren, die Eingänge durch Verschließen sichern und den Hof wieder in Ordnung bringen - ich denke, das wachsame Auge des Denkmalschutzes kostete der Immobilienfirma irgendwann den letzten Nerv und sie wollten die Immobilie nur noch loswerden.

Ohne den Denkmalschutz würde das Gut Buchholz Heute definitiv nicht mehr existieren - ein Wunder?

Und dann war da die Pastorin, Frau Andrea von Parpart, die in Kölln den inneren Ruf erhielt, in der Prignitz ein missionarisches Projekt zu gründen. Sie dachte dabei an ein >Jugendkloster< und hielt nach geeigneten Objekten Ausschau. Am Ende standen noch genau zwei Häuser zur Auswahl: Gut Silmersdorf und - Gut Buchholz. Da ein Jugendkloster etwas mehr Ruhe braucht, entschied sie sich für das abgelegenere Silmersdorf. Heute ist es eine christliche Bildungs- und Erholugsstätte - nicht nur für Familien (bitte einmal: "Stiftung Baustelle Leben" googeln). 

Einige Zeit später stand ein junges Paar aus Stuttgart vor dem Gut in Buchholz und suchte nach einem geeigneten Ort für Christliche Kinder- und Jugendarbeit. Auch sie sahen das vergilbte Schild "zu verkaufen", auch sie riefen an, aber sie erreichten niemanden und gaben auf. Heute haben sie die Villa in Liebenthal, Heiligengrabe gekauft und engagieren sich sehr Kindern und Jugendlichen Jesus Christus nahe zu bringen.

Vielleicht könnte man sagen, dass "Häuschen" stand auf dem "Wunschzettel" Gottes und solange ER noch nicht selbst unterschreibt, suchte er nach jemandem, der verrückt genug ist, für IHN und für diese Ruine zu unterschreiben. :-)

Und dann kamen wir... Wir mit unseren 30.000Euro... Zeitgleich bot auch unser Nachbar von der Gaststätte, dem Prignitzer Hof nebenan mit, doch keiner wusste vom anderen. Wir erhielten den Zuschlag und wenig später stand unser neuer Nachbar auf dem Hof und wollte wissen, was wir denn geboten hätten - er hatte 25.000Euro geboten. Vielleicht hätte er sein Gebot nochmal erhöht, hätte er gewusst, dass er überboten war. Und wir mit unseren 30.000Euro als Kaufpreis vom Gutachter geprüft und für fair befunden - ein Zufall? Oder geführt - von IHM, unserem Vater im Himmel.

Immer wieder gingen wir durch unsere neu erworbene alte Ruine, vorbei auch an den zwei Räumlichkeiten, wo durch die Löcher im Dach das Wasser bis in den Keller getropft, bzw. gelaufen war. In einem dieser zwei Räume, im Eingangsbereich des Altbaus, war der Hauptsicherungskasten. Als mein Mann bei einem kleineren Nebensicherungskasten im "Neubau" von 1924 zufällig an einer dieser alten schwarzen Keramiksicherungen schraubte bekam er einen Schlag! Das Haus hatte die ganzen zwanzig (!) Jahre und auch während der Wasserschäden voll unter Strom gestanden - das es noch stand und kein Kurzschluss war und kein Mensch zu Schaden gekommen war, war wieder so ein Wunder!

Und so ziehen sich die Wunder, aber auch Schwierigkeiten, Anfechtungen, Ängste und Sorgen durch die letzte Jahre durch und doch dürfen wir immer wieder erkennen wir wie ER uns führt und leitet auf unserem geliebten, auf SEINEM geliebten >Hof mit Himmel - Gut Buchholz<. 

Daher möchte ich schließen mit einem Wort aus Sprüche 19,21:

"In eines Mannes (Menschen) Herz sind viele Pläne, aber zustande kommt der Ratschluss des Herrn."

Egal, wie es in unserem Leben und in der Welt gerade aussieht - "Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl" - heißt es in einem Lied und alles, was uns betrifft, zustößt, ängstigt, verunsichert usw. einfach Alles muss bevor es uns begegnet über SEINEN Schreibtisch. Und auch wenn wir Heute nicht alles verstehen und nur in einem "dunklen Spiegel" erkennen, im Nachhinein macht alles Sinn - dafür steht unsere Geschichte vom und mit unserem, bzw besser gesagt: auf SEINEM Hof (und es gibt noch sooo viel zu erzählen :-) Und auch dafür steht diese Website da, dass es sich immer lohnt, Gott zu vertrauen - glaubt mir! - bzw. glaubt IHM! :-)

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In diesem Sinne: Seid fett gesegnet!

Soli Deo Gloria!!!

Eure Johanna